Alles hat ein Ende…

Auch scheinbar endlose 8 Wochen Ferien kommen leider irgendwann mal zu einem Ende. Zeit für ein Fazit:

Wir hatten wirklich, wirklich eine tolle Zeit! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir sind auch froh dass wir keine ernsthaften Zwischenfälle hatten. Unsere Fahrzeuge haben keine Teile verloren, haben uns nie im Stich gelassen und wir wurden nie in einen Unfall verwickelt.

Die ersten Tage unserer Ankunft gilt profanen Dingen wie z.B. das Auto und den Wohnwagen wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen, uns selbst wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen, und vor allem: sich wieder daran zu gewöhnen dass man bei schlechtem Wetter nicht einfach weiterfahren kann.

Hier ist das Fazit unserer Reise in Zahlen und Gedankensplittern:

  • 58 Tage unterwegs
  • 6827 gefahrene Kilometer (mit und ohne Wohnwagen)
  • 17 besuchte Campingplätze
  • 21 gespielte Golfplätze
  • eine unbekannte (und gewaltige) Zahl von verlorenen Golfbällen
  • ganz viele besuchte Bodegas
  • 380 Kapseln Kaffee
  • unzählige Liter Don Simon
  • viele neue spanische Wörter: z.B:
    • «Huevos Frescos Camperos»: Keine campenden Hühner, sondern Freilandeier
    • «Sandia»: Wassermelone, auch wenn die Dinger in Spanien nicht ansatzweise nach Wasser schmecken.
    • «Lidl»: die Rettung für Touristen die gerne mal wieder gutes Brot essen möchten.
    • «Jamon, Pulpo, Manchego, Gambas, Rallado, Vino tinto, Aceitunas»: all die anderen wirklich tollen essbaren Dingen die man dann besser woanders kauft.
    • «Karosseriespengler»: eine in Spanien scheinbar nicht existente Berufsbezeichnung. Spanische Autos, auch die teuren, sind meist allseitig von Parkschäden gezeichnet und keiner regt sich auf. Unseres übrigens jetzt auch. Und tatsächlich: nur die ersten beiden Kratzer waren ärgerlich!

Die nächste Reise kommt bestimmt!

…und zurück durch Frankreich

Da wir nun Spanien wetterbedingt etwas früher als geplant verlassen haben, können wir uns für die Rückfahrt etwas mehr Zeit nehmen.

Wir suchen uns einen kleinen Campingplatz in Limeuil (wer kennt’s nicht?) südlich von Perigueux aus. Google schlägt drei Routen dorthin vor. Wir wählen die dümmste!

Die Fahrt wäre ein echtes Vergnügen gewesen, mit einem Motorrad, bevorzugt mit einer KTM Duke oder etwas ähnlichem. Wir sind nach jedem Schlagloch froh wenn der Wohnwagen noch dran ist und schauen sorgenvoll nach hinten zu unseren Weinflaschen. Normale Menschen schütteln ihre Weine vor dem Trinken nicht eben mal 5 Stunden kräftig durch.

Mit dem Schwur den Rest der Rückfahrt auf Autobahnen zu verbringen, stellen wir den Wohnwagen in dem übrigens sehr schön an einem Fluss gelegenen Camping «Le Port De Limeuil» auf.

Der kleine Ort Limeuil gehört nach eigener selbstbewusster Deklaration zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Eine kleine Wanderung durch das Dorf zeigt dass da sicher ein Körnchen Wahrheit drin steckt.
Selbiges gilt nicht für die Gastronomie. Die wenigen Restaurants im Ort haben entweder noch nicht offen, oder die Küche bereits geschlossen. Schlussendlich essen wir einen Hamburger mit Pommes im Campingrestaurant und träumen von den Tapas von San Sebastian.

Am nächsten Morgen zeigt sich Frankreich wieder von seiner schönen Seite. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und der Campingladen duften nach frischen Croissants, Pain au Chocolat und Baguettes. Das Toastbrot aus Spanien bleibt vorerst liegen.

Wir fahren weiter Richtung Schweiz. Dieses Mal auf der weinschonenden Autobahn und enden auf dem Camping La Route Bleu in Balbigny westlich von Lyon.

Der Platz liegt sehr lauschig direkt am Ufer der Loire und besteht im Prinzip aus einer grossen unparzellierten Wiese. Die Sanitäranlagen sind sehr spartanisch, aber sauber. Uns gefällt es hier.

Und trotz der sehr einfachen Platzinfrastruktur müssen wir nicht auf fortschrittliche Brandschutzmassnahmen verzichten.

Die Weinkisten werden erneut vom Auto in den Wohnwagen umgeladen. Inzwischen kennen wir jede mit ihrem Vornamen.
Nach zwei Nächten verabschieden wir uns auch von Frankreich. Wir nehmen die letzten 500 km nach Hause unter die Räder.

Acht wirklich tolle Wochen gehen nun zu Ende.


Die (fast) letzte Station – Orio

Auch die längsten Ferien neigen sich irgendwann dem Ende zu. Wir entschliessen uns zum Schluss noch ein paar Tage Badeferien anzuhängen und dann in zwei grossen Etappen nach Hause fahren.

Auf der Suche nach einer Destination mit Strand, einem netten Campingplatz und einer gewissen Nähe zur französischen Grenze werden wir in Orio, knapp 15 Autominuten westlich von San Sebastian fündig. Der eigentliche Campingplatz liegt inmitten von Häusern.

Die Gegend sieht traumhaft schön aus, mit Wäldern, viel Grün und einer wirklich tollen Badebucht. Der Strand von Orio ist öffentlich und liegt nur ein paar hundert Meter vom Campingplatz entfernt.

Der obligate Hafen für die Liebhaber der etwas teureren Campingvariante darf natürlich nicht fehlen.

Vor Ort konsultieren wir den Wetterbericht und finden heraus woher das traumhafte Grün sein Wasser bezieht. In zwei Tagen wird der schöne Sonnenschein Vergangenheit sein. Wir verbringen folglich den nächsten Tag am Strand. Das Wasser ist überraschenderweise wärmer als an der Südküste.

Am zweiten Morgen ist es wie vom Wetterdienst versprochen vorbei mit der Herrlichkeit. Statt Sonne gibts Nebel sowie leichten Nieselregen.

Wir schieben einen Shoppingtag ein und besichtigen San Sebastian.

In San Sebastian gibt es viel zu entdecken. Leider bleibt die Kamera meist stecken, weil der graue Himmel keine schönen Fotos verspricht. Wir versuchen möglichst viele verschiedene der köstlichen Tapas zu probieren, müssen jedoch vor der Vielfalt kapitulieren. Das Fundament von San Sebastian scheint aus vielen kleinen Tapas Bars zu bestehen.

Die Strände von San Sebastian sind aufgrund des Wetters nicht übermässig belebt, aber man kann sich vorstellen was hier an einem heissen Sommertag los ist.

Wir fahren zurück zum Wohnwagen. Das Abendessen fällt nach Begutachtung unserer Tapasbäuche aus.

Nach einer weiteren Konsultation des Wetterberichts müssen wir uns eingestehen: das wird hier nichts mehr. Das Wetter in Frankreich abseits der Küste soll besser sein.

Wir verstauen unsere Weinkisten erneut im Auto (wer hat bloss soviel Wein gekauft???) und machen uns abfahrbereit für den nächsten Morgen.

Eigentlich schade, wir wollten länger bleiben. Die Gegend wird als mögliches neues Ferienziel markiert, auch wenn die 1217 Fahrkilometer von Zuhause aus ein spontanes Wiedersehen wohl verhindern werden.