Die nächste Station ist das Rioja Gebiet.


Wir beziehen einen Stellplatz im Camping Haro, der sich etwa drei Autominuten von der Bodega Muga befindet, was sich noch als hilfreich herausstellen wird.
Der Campingplatz ist nichts aufregendes, aber es hat Duschen, Toiletten und (ganz wichtig im Moment) einen Pool.
Haro ist ein herziges Dorf das offensichtlich stolz auf seine Weine ist. Das Dorfzentrum wimmelt von kleinen und kleinsten Bars und Restaurants. Leider lässt uns «Trip Advisor» heute etwas im Stich.

Das Abendessen im «Beethoven» ist nicht übel, entspricht jedoch nicht den vermerkten Lobgesängen.
Für den nächsten Morgen haben wir eine Führung in der Bodega Artadi in Laguardia reserviert. Wir haben das Gefühl dass Wein als Tourismusangebot im Rioja Gebiet weiter fortgeschritten ist als im Ribera Del Duero Gebiet. Die Eingänge der Bodegas sind meist klar als solche erkennbar und es hat uns keiner überrascht angeschaut wenn wir den Wunsch geäussert haben Wein zu kaufen.

Die Führung beginnt in der Bodega.

Anschliessend wird man mit einem echten Londoner Taxi (in weiss!) zu ihrem Signature Wineyard gefahren.

Die Verkostung findet anschliessend in einem Gebäude statt, das früher als Festung in kriegerischen Zeiten diente.

Innen wurde das Haus komplett neu ausgebaut und würde unserem Geschmack als Stadtwohnung voll und ganz entsprechen.

Im Untergeschoss lassen sich die alten Fluchttunnels besichtigen die bis vor wenigen Jahren als Weinlager dienten.


Die Weine in der «Hüebererschwinglichkeitsklasse» waren jedoch nicht unsere. Mit einem Erinnerungsfläschchen und einem Cava verlassen wir die Bodega und bewegen uns auf direktem Weg zum eigentlichen Ziel unserer Begierde, der Bodega Muga.

Die Bodega Muga verfügt über eine grosse Weinbar. Wir lassen uns durchs Sortiment führen und kaufen etwas berauscht und grosszügig ein. Die netten Damen von der Bodega Muga helfen uns anschliessend die Kisten zum Auto zu schaffen, wo das nächste Problem wartet: Wie lädt man 5 Kisten Wein in ein bereits bis unters Dach beladenes Auto?
Nach einigen Runden Weinkistentetris bei knapp 38 Grad können wir alle Türen erfolgreich schliessen und fahren zurück zum Campingplatz. Das war’s mit Wein kaufen für diese Ferien. Mehr geht nicht rein. Damit der Wein nicht tagsüber im heissen Auto pasteurisiert wird, müssen wir ab jetzt die Kisten jeweils im kühleren Wohnwagen unter dem Bett zwischenlagern.

Gegen abend passiert noch etwas ungewöhnliches: ein Gewitter bricht über uns herein.
Der erste Regen seit gut sieben Wochen und als Begleiterscheinung ein gut abgekühlter Wohnwagen.
Anschliessend lassen wir den Aufenthalt in Haro mit ein paar Tapas ausklingen.

Kein schlechter Tag!
