Da wir nun Spanien wetterbedingt etwas früher als geplant verlassen haben, können wir uns für die Rückfahrt etwas mehr Zeit nehmen.
Wir suchen uns einen kleinen Campingplatz in Limeuil (wer kennt’s nicht?) südlich von Perigueux aus. Google schlägt drei Routen dorthin vor. Wir wählen die dümmste!
Die Fahrt wäre ein echtes Vergnügen gewesen, mit einem Motorrad, bevorzugt mit einer KTM Duke oder etwas ähnlichem. Wir sind nach jedem Schlagloch froh wenn der Wohnwagen noch dran ist und schauen sorgenvoll nach hinten zu unseren Weinflaschen. Normale Menschen schütteln ihre Weine vor dem Trinken nicht eben mal 5 Stunden kräftig durch.

Mit dem Schwur den Rest der Rückfahrt auf Autobahnen zu verbringen, stellen wir den Wohnwagen in dem übrigens sehr schön an einem Fluss gelegenen Camping «Le Port De Limeuil» auf.

Der kleine Ort Limeuil gehört nach eigener selbstbewusster Deklaration zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Eine kleine Wanderung durch das Dorf zeigt dass da sicher ein Körnchen Wahrheit drin steckt.
Selbiges gilt nicht für die Gastronomie. Die wenigen Restaurants im Ort haben entweder noch nicht offen, oder die Küche bereits geschlossen. Schlussendlich essen wir einen Hamburger mit Pommes im Campingrestaurant und träumen von den Tapas von San Sebastian.
Am nächsten Morgen zeigt sich Frankreich wieder von seiner schönen Seite. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und der Campingladen duften nach frischen Croissants, Pain au Chocolat und Baguettes. Das Toastbrot aus Spanien bleibt vorerst liegen.
Wir fahren weiter Richtung Schweiz. Dieses Mal auf der weinschonenden Autobahn und enden auf dem Camping La Route Bleu in Balbigny westlich von Lyon.

Der Platz liegt sehr lauschig direkt am Ufer der Loire und besteht im Prinzip aus einer grossen unparzellierten Wiese. Die Sanitäranlagen sind sehr spartanisch, aber sauber. Uns gefällt es hier.

Und trotz der sehr einfachen Platzinfrastruktur müssen wir nicht auf fortschrittliche Brandschutzmassnahmen verzichten.

Die Weinkisten werden erneut vom Auto in den Wohnwagen umgeladen. Inzwischen kennen wir jede mit ihrem Vornamen.
Nach zwei Nächten verabschieden wir uns auch von Frankreich. Wir nehmen die letzten 500 km nach Hause unter die Räder.
Acht wirklich tolle Wochen gehen nun zu Ende.

